Anleger wenden sich zunehmend alternativen Anlageformen wie Edelmetallen und Kryptowährungen zu, da sie sich wegen der wachsenden globalen Staatsverschuldung Sorgen machen. Das sagte Larry Fink, Vorstandschef von Blackrock, am Dienstag (28.10.) beim Future Investment Initiative Forum in Riad.

"Der Besitz von Kryptoanlagen oder Gold sind Anlagen der Angst", sagte Fink. "Man besitzt diese Werte, weil man Angst vor der Entwertung seines Vermögens hat. Man sorgt sich um seine finanzielle Sicherheit. Man sorgt sich um seine körperliche Sicherheit."

"Debasement Trade" als Reaktion auf Verschuldung
Hintergrund der Äußerungen Finks ist die zunehmende Beliebtheit sogenannter "Debasement-Trade"-Strategien. Dabei verkaufen Anleger Staatsanleihen und Währungen wie US-Dollar, Yen und Euro, um stattdessen Gold, Silber und Kryptowährungen zu kaufen.

Der Begriff "Debasement" bezieht sich auf historische Praktiken, bei denen Herrscher wie Heinrich VIII. oder Nero Gold- und Silbermünzen durch Beimischung billigerer Metalle wie Kupfer entwerteten.

USA bleiben laut Fink attraktiv
Trotz dieser Trends bleiben die USA laut Fink das Hauptziel internationaler Kapitalströme – auch wenn es zu Jahresbeginn Abflüsse aus übergewichteten US-Positionen gegeben habe. Die meisten globalen Investoren seien der Meinung, dass die USA "in den nächsten 18 Monaten der Ort sein werden, an dem man übergewichtet sein sollte", erklärte der Blackrock-Chef.

Fink sprach auf einem Panel zusammen mit weiteren Wall-Street-Größen, darunter David Solomon von Goldman Sachs und Jamie Dimon von JP Morgan Chase. Während Dimon wachsende Haushaltsdefizite weltweit als größte Sorge bezeichnete, warnte Fink vor der US-Abhängigkeit vom Verkauf von Dollar-Anlagen an ausländische Investoren.

Warnung vor US-Abhängigkeit vom Ausland
"Wir sind immer noch ein Land, das Treasury-Verkäufe von 30 bis 35 Prozent ins Ausland braucht, und das ist für mich heute das größte Problem", sagte Fink. "Wir haben Glück, dass Menschen in Dollar und in die US-Wirtschaft investieren wollen. Sollte sich das jemals ändern, hätte das einen Multiplikatoreffekt aufgrund unserer Abhängigkeit vom Verkauf dollarbasierter Vermögenswerte an Ausländer."

Ackman mahnt stärkeres Wachstum an
Bill Ackman von Pershing Square sagte, um künftige Probleme zu vermeiden, müsse der Fokus auf Asset-Wachstum liegen. Fink ergänzte, dass eine stärkere Mobilisierung privaten Kapitals das US-Wachstum auf rund drei Prozent anheben könnte. "Ich mache mir keine Sorgen um unsere Solvenz, obwohl ich gerne ein langsameres Wachstum unserer Verbindlichkeiten sehen würde", sagte Ackman. (mb/Bloomberg)