An den Finanzmärkten könnten im laufenden Jahr einige freudige Überraschungen auf Investoren warten, glaubt Werner Krämer, Analyst bei Lazard Asset Management. "Wegen der Wahlen in den USA dürften einige von US-Präsident Trump ausgehende Risiken vorerst eingedämmt bleiben", sagt er. Auch die anhaltende Unterstützung der Zentralbanken bietet laut Krämer Grund für Optimismus. "Nach einer langen Phase der Wachstumsenttäuschungen könnte das Jahr in dieser Hinsicht positiv überraschen", prophezeit er.

Die Unternehmensgewinne haben sich zuletzt nicht sonderlich gut entwickelt. Das könnte sich in den kommenden Monaten ändern, sagt der Analyst. Weil die Aktienmärkte bislang moderat bewerte sind, könnten Anleger dann noch einmal richtig zugreifen. Sollte es so kommen, dürften insbesondere Qualitätstitel profitieren, schätzt Krämer.

Das unterschätzte Risiko
Gefahren sieht der Lazard-Mann am Rentenmarkt. "Es ist mittlerweile Konsens, dass es nie mehr Inflation gibt", sagt er. Die Ausweitung der Geldmenge geht aber nun ins zwölfte Jahr, in vielen Ländern herrscht Vollbeschäftigung, die Lohnkosten steigen, auch der Ölpreis tendiert aufwärts. "Es ist daher nicht völlig auszuschließen, dass der Rentenmarkt und damit auch der Aktienmarkt doch noch einmal wegen steigender Inflationsraten in Schwierigkeiten geraten", warnt Krämer. Der steigende Goldpreis könnte ein Frühindikator für Inflationsrisiken sein.

Investoren sollten sich um ein breit gestreutes, strategisch ausgerichtetes Portfolio bemühen, rät der Experte. Aktien und Anleihen gehören hinein, vielleicht auch Gold, wegen seines Stabilitätscharakters. "Der Verzicht auf eine breite Streuung in die verschiedenen Anlageklassen und Regionen wäre das eigentliche Risiko", sagt Krämer. (fp)