Die Weltwirtschaft könnte unter Umständen in eine Rezession rutschen, warnt der Fondsanbieter Legal & General Investment Management (LGIM). Demnach dürften Währungsabwertungen und zunehmende Kreditausfälle im Zuge von Insolvenzen neben Deflation und einer weiter wachsenden Verschuldung im laufenden Jahr das wirtschaftliche Geschehen rund um den Globus bestimmen. Als Folge davon droht der Weltwirtwirtschaft mit hoher Wahrscheinlichkeit eine ausgeprägte Wachstumsschwäche – und eventuell ein Rückfall in die Rezession.

Japan und die Eurozone werden ihre geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen nutzen, um den Yen beziehungsweise den Euro abzuwerten, so die LGIM-Analysten. Auch viele Schwellenländer haben in den vergangenen Monaten den Außenwert ihrer Währungen sinken lassen. Dies sei letztlich ein Nullsummenspiel, heißt es von LGIM: „Volkswirtschaften, deren Währungen an den US-Dollar gekoppelt sind, sind die Verlierer.“ Gleichzeitig erschwere es die Wachstumsschwäche Chinas sowohl dem Staat als auch privaten Unternehmen, die hohen Kredite zu bedienen, mit denen der wirtschaftliche Aufschwung des Landes in der vergangenen Jahre finanziert wurde.

Währungsabwertung anderer Schwellenländer steht bevor

In Erwartung einer Renminbi-Schwäche könnten jedoch andere Schwellenländer damit beginnen, ihre Währung abzuwerten, weil sie Wettbewerbsnachteile gegenüber den chinesischen Exporten fürchten. Die Folge wäre den LGIM-Experten zufolge eine neue Deflationswelle und eine Verschärfung der weltweiten Verschuldungssituation. Eine Schwäche der Schwellenländer, zunehmend verschlechterte Kreditbedingungen und steigende Ausfälle bei Unternehmensanleihen: Dies zusammengenommen erhöht laut LGIM das Risiko, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2016 um weniger als zwei Prozent wächst. Das wiederum sei bereits mit einer Rezession gleichzusetzen. (fp)