Die Zinsen auf Bundesanleihen befinden sich derzeit auf einem historisch tiefen Niveau. Zu Unrecht, befindet Gordon S. Brown, Portfoliomanager bei der auf Anleihen spezialisierten Legg-Mason-Tochtergesellschaft Western Asset Management. "Sie sind aktuell der Blitzableiter für die Ängste des Marktes.“ Investoren sollten sich davon nicht zustark beeinflussen lassen und sich stattdessen auf die deutschen Fundamentaldaten konzentrieren, rät Brown.

Mehrere wirtschaftliche und politische Problemherde sorgen laut Brown für übertriebenen Pessimismus. Dazu zählt er zunehmende Spannungen im Welthandel, einen möglichen No-Deal-Brexit, die italienischen Schulden, eine starke Zinsrally der US-Treasuries und nicht zuletzt "die nicht empfänglich scheinenden Inflationserwartungen“. Als Value-Investor ist Brown allerdings überzeugt, "dass sich letztendlich die Fundamentaldaten durchsetzen und der entscheidende Faktor für die Bewertungen sind.“

Für Zinsen könnte es bald leicht aufwärts gehen
Das Wachstum in der Eurozone habe sich deutlich mehr erholt als vom Markt erwartet. Auch Zukunftsprognosen seien inzwischen zuversichtlicher als noch Anfang des Jahres. Darüber hinaus stimmten die Zahlen über Einkommen und Binnenkonsum optimistisch. Brown erwartet, dass die Zinsen auf Bundesanleihen bald wieder im positiven Bereich liegen – bei etwa 0,2 Prozent. (fp)