Auch Aktien von Unternehmen aus dem Bereich Infrastruktur konnten sich dem Abwärtssog, ausgelöst durch die Covid-19-Krise, nicht entziehen. Dadurch sind die Chancen für einen günstigen Einstieg nun aber so hoch wie nie. "Unser Bewertungsmodell zeigte bereits im März, dass der Markt einige Titel, etwa das Mobilitätsunternehmen Getlink, zu Unrecht sehr stark abgestraft hatte", sagt Matt Bushby von der Legg-Mason-Boutique Clearbridge Investments. Dies sei selbst bei sehr vorsichtigen Berechnungen offensichtlich. Inzwischen konnten Werte wie Getlink wieder bis zu fünfzig Prozent von ihren bisherigen Tiefs zulegen.

Chancen entstehen bei Infrastruktur-Investments insbesondere dann, wenn sich Anleger von Benchmarks lösen. "Während einer Hochphase der Unsicherheit bieten sich beispielsweise stark regulierte Versorger an", sagt Bushby. Deutet sich eine Erholung an, lohnt der Blick auf volumensensitive Infrastruktur wie Mautstraßen, Eisenbahnen oder Flughäfen.

Hohe Liquidität eröffnet Chancen
Als einen weiteren Vorteil von Infrastruktur-Investments nennt Bushby die vergleichsweise hohe Liquidität im Sektor. So können Investoren sowohl innerhalb des Sektors zwischen unterschiedlichen Risikoprofilen wechseln, als auch Kapital aus anderen Branchen umschichten. Die Sondersituation der Pandemie führe zudem dazu, dass die Chance auf außergewöhnliche Erträge heute so groß sei wie noch nie. (fp)