Die Aktienkurse können sich weiterhin positiv entwickeln – auch bei steigenden Zinsen. Dies erklärt der Fondsanbieter Legal & General Investment Management (LGIM). Im Euroraum dürfte frühestens Mitte des Jahres 2019 eine erste Zinsanhebung anstehen. In den USA schreitet die Normalisierung der Geldpolitik dagegen schon voran, die Notenbank Fed hat den Leitzins in diesem Jahr bereits zweimal gehoben. Manche Anleger fürchten, dass sich dies negativ auf die Aktienkursentwicklung auswirken könnte. 

Das muss allerdings nicht unbedingt so sein, ist Lars Kreckel, Global Equity Strategist bei LGIM, überzeugt: "Die historische Entwicklung zeigt, dass sich Aktienkurse positiv entwickeln können, wenn die Anleiherenditen steigen." Noch wichtiger als der Anstieg der Rendite an sich seien die Gründe dafür, also der Renditetreiber. Steigen die Renditen, weil die Märkte stärker wachsen oder das Deflationsrisiko sinkt, dann sind das laut Kreckel auch gute Nachrichten für den Aktienmarkt. Sorgen um eine Hyperinflation als Auslöser seien dagegen eher negativ für Aktien. 

Mehrere Faktoren berücksichtigen
Neben den Renditetreibern sollten Anleger auch die Geschwindigkeit im Blick behalten, mit der die Anleiherenditen steigen. "Aktien können in der Regel einen langsamen Renditeanstieg von Anleihen gut verkraften. Problematisch sind dagegen starke Renditeschwankungen nach oben und unten", so Kreckel. Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Bewertungspuffer von Aktien gegenüber höheren Zinskupons am Bondmarkt. Berücksichtige man all diese Faktoren, könnten die Aktienkurse auch in Zeiten aufwärtsstrebender Anleiherenditen weiter steigen. (fp)