Die deutsche Finanzbranche rechnet nicht mit einer Einführung der umstrittenen Facebook-Digitalwährung Libra im kommenden Jahr, berichtet das "Handelsblatt" mit Verweis auf eine aktuelle Studie. Demnach gehen rund 57 Prozent der Befragten davon aus, dass es im Jahr 2020 nicht dazu kommt, ergab die Studie des Center for Financial Studies (CFS) der Frankfurter Goethe-Universität.

Nur 38 Prozent der befragten Banker und Geldexperten erwarten demnach, dass Facebook die im Juni 2019 angekündigte Digitalwährung im Herbst kommenden Jahres tatsächlich einführt. Der Erhebung zufolge teilt die überwiegende Mehrheit die Bedenken von Notenbanken und Aufsichtsbehörden: Über 76 Prozent der Befragten erwarten, dass Libra die Wirksamkeit der Geldpolitik vermindern würde. Rund 61 Prozent sehen in Libra eine Gefahr für die globale Finanzstabilität, zitiert das Handelsblatt weiter aus der Studie.

Kein pauschales Verbot gefordert
Trotz der großen Bedenken sprachen sich ganze 61 Prozent der Befragten gegen ein pauschales Libra-Verbot aus, so das Handelsblatt. Stattdessen fordern sie eine konstruktive Begleitung des Vorhabens, um Innovationen im Finanzsektor zu fördern.

Das CFS befragt jedes Vierteljahr Manager aus der deutschen Finanzbranche zu aktuellen Themen. Bei der vergangenen Befragung im August hatte die Umfrage eine schlechte Stimmung der Branche wegen schwacher Zahlen bei Umsatz, Ertrag und Investitionen ergeben (https://www.fondsprofessionell.de/news/maerkte/headline/umfrage-stimmung-in-deutscher-finanzbranche-verfinstert-sich-155276/). (fp)