Analysten sind in ihrem Ausblick für die Ausgaben für künstliche Intelligenz (KI) im kommenden Jahr zu konservativ, sagen Strategen von Goldman Sachs. Sie rechnen mit weiteren Kursgewinnen bei Aktien, die mit dem Thema verbunden sind.

Das Team um Ryan Hammond erwartet, dass die Ausgaben der Hyperscaler 2027 auf bis zu 1,4 Billionen US-Dollar steigen. Gestützt werde dies durch starke Cashflows und zusätzliche Finanzierung über Investment-Grade-Anleihen. Dem stehen aktuelle Analystenschätzungen von rund 920 Milliarden Dollar gegenüber.

Milliardenschwere Investitionen erwartet
Höhere Investitionen würden ein weiteres Gewinnwachstum bei Unternehmen der KI-Infrastruktur stützen, erklärten die Strategen. Zwar seien die Aktien des Sektors bereits deutlich gestiegen. Die Zuwächse seien jedoch durch verbesserte Gewinnerwartungen getrieben worden, argumentierte das Team.

Die Aktien von Oracle gaben am Donnerstag (11.6.) im vorbörslichen US-Handel nach, nachdem das Unternehmen Quartalsinvestitionen gemeldet hatte, die über den Schätzungen lagen. Diese entfielen vor allem auf Rechenzentren. Während die Investitionszahlen von Oracle bei Anlegern Sorgen auslösten, sorgten sie zugleich für Kursgewinne bei Chipherstellern und anderen Unternehmen aus dem Bereich der KI-Infrastruktur.

Bewertungssorgen nehmen zu
Die Bewertungssorgen nehmen zu, stellte das Goldman-Team fest. Das mittlere Kurs-Gewinn-Verhältnis von KI-Infrastrukturunternehmen sei auf das 26-Fache gestiegen und liege damit so hoch wie seit dem Start von OpenAIs ChatGPT Ende 2022 nicht mehr.

Die jüngste Neubewertung habe sich jedoch auf Halbleiter- und strombezogene Unternehmen außerhalb der Versorger konzentriert, nicht auf Hyperscaler oder Speicherhersteller, hieß es weiter.

Bullenmarkt soll intakt bleiben
In einer separaten Mitteilung vor dem mit Spannung erwarteten Blockbuster-Börsengang von SpaceX erklärte Hammonds Kollege Ben Snider, Chefstratege für US-Aktien, die Rekordemissionen am US-Aktienmarkt dürften den aktuellen Bullenmarkt kaum aus der Bahn werfen.

Er bekräftigte sein Jahresendziel von 8.000 Punkten für den S&P 500 Index und verwies auf das anhaltende Gewinnwachstum. (mb/Bloomberg)