Bis 2008 verfolgten die großen Notenbanken der Welt noch einigermaßen geschlossen das Ziel der Geldwertstabilität. Seither hat aber eine Inversion dieser Marschrichtung stattgefunden, ausgelöst durch die Finanzkrise. "Heute ist es unausgesprochenes Ziel der Notenbanken, Geldentwertung zu erzeugen, was sich unter anderem in Nullzinspolitiken, beispiellosen Anleihekaufprogrammen und einer grandiosen Ausweitung der Geldmenge manifestiert", sagt Christoph Bruns, Vorstand und Fondsmanager bei Loys. Schließlich liege in der Inflation der einzig praktikable Weg, die Staatsverschuldung real abzubauen.

Es darf laut Bruns als gesichert gelten, dass Staaten nicht in der Lage sind, zu sparen – und zwar unabhängig von der jeweiligen politischen Couleur. Selbst in der Bundesrepublik kannte die jährliche Staatsverschuldung ungeachtet der schwarzen Nullen in den vergangenen Jahrzehnten nur einen Weg: nach oben! "Insofern ist die Vorgehensweise der Zentralbanken nachvollziehbar und entspricht ihrer neuen Rolle als Krisenbekämpfer und Staatsfinanzierer", sagt der Fondsmanager.

Abkehr von Nominalwerten
Dazu passt, dass die Notenbanken seit Monaten mit Gelassenheit kundtun, ein deutliches Anziehen der Inflationsrate künftig zu akzeptieren und nicht zu bekämpfen. "Damit entgehen die Zentralbanker präventiv dem unweigerlich entstehenden öffentlichen Druck, der bei der Vermeldung deutlich angezogener Inflationsraten auf sie einprasseln würde", sagt Bruns.

Im März betrug die Teuerungsrate in Deutschland bereits 1,7 Prozent. Für Anleger liegt mit dem erwarteten Aufblühen der Geldentwertung eine Abkehr von Nominalwerten nahe. "Der seit Monaten zu beobachtende Trend zu Sachwerten dürfte sich weiter beschleunigen, desto sichtbarer die Inflation ihr hässliches Haupt nach oben streckt", sagt Bruns. (fp)