Die immer älter werdende Bevölkerung in den Industriestaaten beschäftigt Politiker bereits seit Jahren. Nun warnen vermehrt auch Ökonomen vor den Auswirkungen des demografischen Wandels. Sie sehen das Wirtschaftswachstum generell in Gefahr.

Anleger können den demografischen Wandel allerdings für sich nutzen, indem sie in Branchen und Unternehmen investieren, die durch strukturelle Veränderungen wachsen, sagt Adrian Daniel, Manager des Fonds MainFirst Absolute Return Multi Asset. Sein Rat: Investoren sollten sich insbesondere auf Gesundheitsunternehmen, den Pflegebereich und die Automatisierung konzentrieren.

Strukturelle Wachstumstrends sind langfristiger Natur und lassen sich weit im Voraus prognostizieren, erklärt der Anlageprofi. "Das bedeutet eine höhere Sicherheit für Investoren." Daniel zieht Unternehmen wie Facebook, Apple oder Amazon als Beispiele heran. Diese verzeichnen seit Jahren ein rasantes Wachstum, ebenso Technologie-Riesen wie Alibaba oder Tencent. "Um dieses Wachstum auszunutzen zu können, bedarf es allerdings umfassender Expertise und einer analysebasierten Vorschau", so der Fondsmanager. "Dann lassen sich trotz Demografiefalle Renditen mit einem attraktiven Rendite-Risiko-Profil generieren."

Deutschland ist Demografie-Verlierer
In ganz Europa wird die Bevölkerung immer älter. Spitzenreiter ist Deutschland. Sinken die Arbeitnehmerzahlen im Verhältnis zu den Rentnern, führt das zu einer niedrigeren Produktivität. Auch der Konsum geht zurück. "Eine ältere Generation hat sich im Gegensatz zu jungen Familien eingerichtet, das Trendwachstum geht zurück", sagt Daniel. Der sinkende Konsum führt zu Preisdruck unter den Wettbewerbern und somit zu Deflation. Das ist besonders gut in Japan zu beobachten, wo der demografische Wandel die Wirtschaft bereits fest im Griff hat. (fp)