Wer auf den Post-Corona-Boom wartet, sollte sich möglicherweise einmal mit offenen Augen umschauen: Der Aufschwung muss nicht erst noch kommen, er ist bereits da, sagt Eckhard Schulte, Fondsmanager bei Mainsky Asset Management (Mainsky AM). Die Weltwirtschaft dürfte sich weiter dynamisch erholen, prognostiziert er – angetrieben von China, wo Peking bereits eine Überhitzung befürchtet. Zugleich dürfte die Inflationsrate zwar in den kommenden Monaten noch etwas steigen, der Anstieg aber nicht von Dauer sein. "Damit bleiben Aktien auch in den kommenden Monaten ganz klar die bessere Alternative gegenüber Anleihen", sagt Schulte.

Der globale Wirtschaftsaufschwung bekommt weiterhin Rückenwind von Notenbanken und Regierungen, insbesondere von der US-Regierung, die mit ihrem jüngsten Konjunkturpaket sämtliche bisherigen Maßstäbe für eine expansive Fiskalpolitik sprengt. "Die OECD schätzt, dass das Land auch deshalb schon im vierten Quartal wieder auf den Vor-Corona-Wachstumspfad zurückkehren wird", sagt Schulte. Die Sparquoten sind während der diversen Lockdowns deutlich gestiegen, die aufgestaute Nachfrage dürfte sich über kurz oder lang Bahn brechen.

Besser auf Europa setzen
Trotz ihrer positiven Prognose für die Vereinigten Staaten investieren die Mainsky-Experten jetzt am liebsten in Europa, inklusive Großbritannien, sowie in Japan. Das liegt unter anderem daran, dass sich Wachstumsaktien – die weite Teile des US-Marktes prägen – derzeit gegenüber zyklischen Titeln und Value-Aktien schwertun. "Value-Aktien profitieren stark von steigenden Inflations- und Wachstumsdaten", erklärt Schulte. "Auch Europa mit seiner traditionellen 'Old-Economy-Prägung' wird überproportional von einem höheren Wachstum begünstigt." (fp)