Makrostratege: Was der neue Fed-Chef für die Märkte bedeuten würde
Die mögliche Ernennung von Kevin Warsh zum Fed-Chef sorgt weiter für Unsicherheit an den Märkten. Laut dem Makrostrategen Steven Major könnten die Zinsen unter seiner Führung deutlich stärker sinken als derzeit erwartet.
Eine von Kevin Warsh geführte US-Notenbank könnte die Zinsen deutlich stärker senken, als es die Märkte derzeit erwarten. Das sagte Steven Major, Global Macro Advisor beim Broker Tradition Dubai.
Zuvor hatte es Verwirrung an den Märkten darüber gegeben, was Warshs Ernennung für den Zinsausblick bedeuten könnte, nachdem US-Präsident Donald Trump vergangene Woche erklärt hatte, er wolle ihn als Fed-Chef nominieren. Warsh, ein früherer Notenbanker, gilt seit jeher als inflationkritisch, während Trump auf deutlichere Zinssenkungen drängt.
"Vier oder fünf statt nur zwei"
"Ich denke, man kann ziemlich sicher davon ausgehen, dass er für den Posten gar nicht in Betracht gezogen worden wäre, wenn er nicht im Lager der Zinssenkungsbefürworter wäre", sagte Major am Dienstag (3.2.) in einem Interview mit "Bloomberg TV". "Ein paar Senkungen sind eingepreist, aber es könnten vier oder fünf statt nur zwei werden."
Märkte rechnen mit Zinsschritten 2026
An den Geldmärkten wird derzeit die Wahrscheinlichkeit für eine zweite Zinssenkung im Jahr 2026 mit rund 80 Prozent eingepreist. Das ist weniger als in der vergangenen Woche, als auch eine dritte Senkung noch als möglich galt. Hintergrund ist, dass Warsh – der noch vom Senat bestätigt werden muss – als falkenhafterer Kandidat gilt als andere, die Trump zuvor in Erwägung gezogen hatte.
Am Anleihemarkt hielten sich US-Staatsanleihen am Dienstag stabil. Die Rendite zweijähriger Treasuries lag bei 3,57 Prozent, die zehnjähriger Papiere bei 4,28 Prozent.
Skepsis gegenüber Steepener-Strategien
Die Aussicht auf Zinssenkungen, eine stärker laufende US-Wirtschaft und erneut anziehende Inflation hat Investoren dazu veranlasst, kürzere Laufzeiten längeren vorzuziehen. Dies führte zu einer Versteilerung der Zinskurve. Major, früherer globaler Leiter der Fixed-Income-Analyse bei HSBC Holdings und als Anleihe-Bulle bekannt, zeigte sich jedoch skeptisch gegenüber sogenannten Steepener-Strategien.

"Wenn man so überzeugt ist, dass die Renditen am kurzen Ende fallen werden und die Zinskurve steiler wird, sollte man einfach den Markt kaufen und long sein", sagte Major. "Ich bin vom Steepener nicht überzeugt. Ich halte es für den besseren Trade, im mittleren Bereich der Kurve long zu gehen." (mb/Bloomberg)















