Die Deutsche Bank sucht offenbar neue Partner im Versicherungsgeschäft. Seit 2001 vertreibt die immer noch größte deutsche Geschäftsbank über ihre Filialen und über die Internetseite Produkte der Zurich Deutsche Herold. Nun verhandelt das Kreditinstitut aber auch mit anderen Anbietern über Vertriebsvereinbarungen. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Die Zurich sei natürlich an einer Verlängerung der Kooperation interessiert, aber auch die Allianz und die BNP Paribas Cardiff sollen an einem Vertragsabschluss mit der Deutschen Bank sehr interessiert sein. Sollte die Allianz tatsächlich den Zuschlag bekommen und die historisch gewachsene Verbindung Deutsche Bank und Zurich auflösen, so wäre sie die unangefochtene Nummer Eins im sogenannten Bancassurance-Geschäft. Der deutsche Versicherungsprimus liefert schon Policen für die Commerzbank, die Hypovereinsbank und die Santander.

Win-Win-Situation
In dem Zusammenhang berichtet Bloomberg, dass auch die Talanx mit der Deutsche-Bank-Tochter Postbank über eine Fortsetzung der Vertriebsvereinbarung für Versicherungen verhandelt. Beide Seiten arbeiten bereits seit 1998 zusammen – damals gründeten sie als gemeinsame Tochtergesellschaft die Postbank Versicherungen (FONDS professionell ONLINE berichtete ausführlich).

Der Grund für diese Kooperationen liegt auf der Hand: Die Versicherer bekommt Zugriff auf ein immer noch riesiges Vertriebsnetz – und die Banken erhalten Provisionen, die gerade in Zeiten des Nullzinses, der ihnen das klassische Bankgeschäft vermiest, als Einnahmequelle sehr interessant sind. (jb)