Lässt das Coronavirus auf dem Immobilienmarkt eine Blase platzen? Klaus Oberfuchshuber, Leiter Immobilienberatung bei Merck Finck, hält diese Sorge für unbegründet. "In Deutschland wird Covid-19 nur geringe Auswirkungen auf den Immobilienmarkt haben", glaubt er. Zwar seien die Umsätze stark zurückgegangen. Der April war der umsatzschwächste Monat seit zehn Jahren. Doch mittlerweile würden Kaufinteresse und Nachfrage wieder spürbar anziehen.

Sollte Deutschland bei der Eindämmung der Pandemie weiterhin Fortschritte machen, könnte sich das Transaktionsniveau noch in diesem Jahr normalisieren, glaubt der Experte. Er rechnet zwar nicht damit, dass die Bauzinsen weiter zurückgehen. Das niedrige Zinsniveau bleibe aber ein wichtiger Unterstützungsfaktor.

Preisrückgänge bei Büros und Gewerbeimmobilien
Seiner Einschätzung nach stehen die Immobilienpreise bei Häusern und Wohnungen vor einer gesunden Seitwärtsbewegung. Da der Markt zuletzt in einigen Bereichen überhitzt war, sei eine gewisse Abkühlung nicht schädlich. Immobilien im Einzelhandel, der Gastronomie sowie im Hotelbereich dürften etwas weniger gut durch die Krise kommen. Dort rechnet Oberfuchshuber mit Preisrückgängen von mehr als zehn Prozent. Bei Büro- und Gewerbeimmobilien könnten die Preise kurzfristig um fünf bis zehn Prozent nachgeben. "Dieser Rückgang sollte sich aber im Verlauf des kommenden Jahres wieder ausgleichen." (fp)