Das alte Sprichwort "Hochmut kommt vor dem Fall" bewahrheitet sich in diesen Tagen, wirft man einen Blick auf die Märkte. "Der weiter anhaltende Kursrückgang an den Börsen deutet darauf hin, dass die Erwartungen an eine Erholung der Kapitalmärkte zu optimistisch gewesen sind", sagt Robin Beugels, Leiter Investment Management bei der Privatbank Merck Finck. "Über den Sommer lauert einiges an negativem Überraschungspotenzial."
 
Vorherrschendes Thema ist derzeit die starke Differenz zwischen der Entwicklung an den Börsen und der deutlich langsameren Erholung der Realwirtschaft. "Insgesamt rückt die fundamentale Bewertung der Wirtschaft nun wieder stärker in den Vordergrund", sagt Beugels. "Vor diesem Hintergrund wird die im Juli beginnende Berichtssaison der Unternehmen für das zweite Quartal wichtige Erkenntnisse liefern."
 
Robust und liquide durch den Sommer
Zudem offenbart das aktuelle Infektionsgeschehen in Peking, wie fragil die Lage ist – und dass weiterhin die Gefahr einer zweiten Welle droht. "In den kommenden Monaten wird es für Anleger darauf ankommen, ihre Portfolien robust aufzustellen, auf die Qualität der einzelnen Titel zu achten und breit über verschiedene Anlageklassen diversifiziert investiert zu sein", rät Beugels. Aber auch Liquidität sei wichtig. "Nur so lassen sich Chancen an den Märkten kurzfristig realisieren." (fp)