Der Deutsche Leitindex Dax hat im Laufe von zwölf Monaten eine beeindruckende Rally hingelegt. So groß die Freude der Anleger sein dürfte – viele fürchten derzeit auch, dass die Märkte überhitzen und die Party bald vorbei ist. Doch dazu gibt es keinen Grund, meint Robert Greil, Chefstratege der Münchner Privatbank Merck Finck. "Bedenken hinsichtlich einer vierten Viruswelle, steigenden Ölpreisen und geopolitischen Spannungen bremsen den Dax aktuell", räumt der Vermögensexperte zwar ein. Dennoch blickt er positiv in die Zukunft: "Der Dax dürfte mit dem derzeitigen Seitwärtstrend nur Luft für den nächsten Anstieg holen."

Für die zweite Jahreshälfte rechnet Greil mit einem Dax-Anstieg "im mittleren einstelligen Prozentbereich". Er sieht vor allem aufgrund der hohen Verbrauchernachfrage nach den Lockdowns Luft nach oben. Ein weiterer Treiber ist aus seiner Sicht die aktuelle Geldpolitik der Regierungen und Notenbanken: "Nach der kräftigen Erholung über den Sommer sollte die Weltwirtschaft weiter dynamisch wachsen", erwartet er.  

Aktuelle Zahlen fehlen noch
Konkrete Zahlen, mit denen Greils Prognose zu stützen wäre, bleiben abzuwarten. Diese Woche wissen Marktbeobachter mehr: Heute (5. Juli) wird der Einkaufsmanagerindex für die Eurozone und die USA für den Monat Juni veröffentlicht. Für Dienstag erwarten Finanzprofis die Daten zu den Einzelhandelsumsätzen im Euroraum für den Mai. Ebenfalls Dienstag wird der Konjunkturindex des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW-Index) erwartet, der die mittelfristigen Konjunkturerwartungen hunderter Analysten und institutioneller Anleger offenlegt. Am Mittwoch folgen dann die Daten zur Industrieproduktion im Mai. (fp)