Metzler AM: "ESG-Ratings sind eine Art Management-Qualitätsfaktor"
Ulf Plesmann und Daniel Sailer von Metzler AM erklären im Analysegespräch, wie der Metzler Global Growth Sustainability vom klassischen Wachstumsfonds zum ESG-integrierten Artikel‑8-Fonds wurde, wie man dabei Megatrends in Investments übersetzt und Frühwarnsignale über KI gewinnt.
Der bereits Anfang 1992 ursprünglich als Wachstumsaktienfonds aufgelegte Metzler Global Growth Sustainability gehört zu den Langläufern im Aktienfondsgeschäft und ist damit ein Beispiel, wie sich klassische Wachstumsstrategien in Richtung Nachhaltigkeit weiterentwickeln konnten. Bereits Anfang der 1990er-Jahre als globaler Wachstumsfonds aufgelegt, berücksichtigt der Fonds seit 2016 mit Einführung der "Metzler Basis-Nachhaltigkeit" umfassende ESG-Kriterien und ist im Zuge der Offenlegungsverordnung als Artikel‑8-Produkt nach SFDR klassifiziert.
Wachstum oder Nachhaltigkeit, wer hat im Zweifelsfall am Ende die Oberhand? Das war die Ausgangsfrage, über die wir mit Fondsmanager Ulf Plesmann und ESG-Spezialist Daniel Sailer im gemeinsam mit Roland Kölsch, dem Verantwortlichen für das FNG-Siegel beim Wissenschaftsverein F.I.R.S.T., geführten Analysegespräch unter anderem diskutiert haben. Für die aktuelle Magazinausgabe von FONDS professionell wollten wir genauer wissen, wie die Metzler-Experten Wachstumstitel mit Nachhaltigkeitsanforderungen zusammenbringen und welche Rolle ESG-Ratings sowie inzwischen auch KI-gestützte Analysen dabei spielen.
Zusatzinformation statt Selbstzweck
Plesmanns Ausgangspunkt ist dementsprechend nach wie vor ein klarer Wachstumsfokus. Seinen Ansatz beschreibt er als "BIP plus X", weil er Unternehmen sucht, deren strukturelle Wachstumstreiber über das nominale Wirtschaftswachstum hinausreichen, sei es durch technologische Disruption, Marktführerschaft oder starke Eintrittsbarrieren. Einen Großteil dieser Chancen findet der Fondsmanager derzeit im Technologiesektor, der fast die Hälfte des Portfolios ausmacht und von den massiven Umwälzungen durch künstliche Intelligenz und den damit verbundenen Ausrüstungsinvestitionen profitiert.
Sailer wiederum betont, dass ESG-Daten für Metzler weniger Selbstzweck als vielmehr wichtige Zusatzinformationen sind, um Managementqualität, strategische Weichenstellungen und Risikoprofile besser einschätzen zu können. ESG-Ratings würden damit zu einer Art "Management-Qualitätsfaktor". Wachstumsorientierung und ESG-Filter begreife man bei Metzler daher nicht als Gegensätze, sondern vielmehr als voneinander profitierende Ebenen des Investmentprozesses. (hh)
Einige ausgewählte Zitate aus dem Interview mit Ulf Plesmann und Daniel Sailer haben wir in der Bilderstrecke oben zusammengetragen – einfach durchklicken. Das vollständige Gespräch findet sich in Ausgabe 2/2026 von FONDS professionell ab Seite 96. Angemeldete Nutzer können den Beitrag auch hier im E-Magazin lesen.















