Wenn es nach Marktbeobachtern geht, könnte es mit der Outperformance von US-Aktien bald vorbei sein: "Ich glaube, dass US-Unternehmen außerhalb ihres Kerngeschäfts bald keine Möglichkeiten mehr haben, die Erträge zu steigern", sagt Robert M. Almeida, Globaler Investmentstratege bei MFS Investment Management. Für den Experten könnte das eine Trendwende an den US-Börsen einleiten: "Haussen gingen zu Ende, wenn Effizienzsteigerungen ausgereizt waren und die Bewertungen zu hoch erschienen", sagt Almeida mit Blick auf vergangene Börsenphasen.

US-Unternehmen hätten in der jüngeren Vergangenheit – nicht zuletzt mittels umfangreicher Aktienrückkaufprogramme – vor allem daran gearbeitet, ihre Bewertung gut aussehen zu lassen: "Sie haben auf Einmalmaßnahmen wie Rationalisierung, Produktionsverlagerung ins Ausland, Steuerarbitrage sowie Factoring von Forderungen und Verbindlichkeiten gesetzt, um Erträge und Aktienkurse zu steigern", sagt der Experte. Zudem hätten sie mehr Fremdkapital aufgenommen als Unternehmen anderswo auf der Welt und als Hebel genutzt, um ihre Rendite aufzupolieren. 

Wachsende Zweifel
All diese Effekte seien aber in ihrer Wirkung limitiert. "Die Finanzakrobatik könnte an ihre Grenzen stoßen", sagt Almeida. Zwar gebe es auch fundamentale Gründe für die guten Zahlen der US-Unternehmen. Da die Märkte reibungsloser funktionierten, ließen sich Arbeit und Kapital leichter in die ertrags- und wachstumsstärksten Branchen lenken. "Aber erklärt das allein die höhere Effizienz und den extrem großen Performanceabstand in diesem Marktzyklus? Und, wichtiger noch, ist er nachhaltig?", fragt Almeida rhetorisch. Er hat offenbar seine Zweifel. (fp)