John Hatherly, Chefvolkswirt bei M&G International, beleuchtet in seinem jüngsten Kommentar die Situation auf den Weltmärkten:

 

USA

Die amerikanische Wirtschaft und Unternehmen werden auch weiterhin die Richtung der Entwicklung an den anderen weltweiten Kapitalmärkten vorgeben. Die Anzeichen einer weiteren Erholung der Wirtschaft verdichten sich, jedoch sind diese, dem M&G-Experten nach, aufgrund steigender Anleihen-Renditen und der mangelnden Besserung der Arbeitsmarktdaten mit Vorsicht zu betrachten. Auch die Aktienverkäufe von Managern, die Anteile ihrer eigenen Unternehmen am Markt losschlagen trüben das Bild. Der nächste große   Test für das Investorenverhalten wird die Berichtssaison des dritten Quartals sein, die im Oktober beginnt. Wichtig dabei wäre, dass die Unternehmens-Profite die Analystenvorgaben übertreffen. Hatherly sieht die Technologiewerte überbewertet und richtet seinen Fokus auf Aktien die unter ihren durchschnittlichen Preisen notieren und deren Dividenden steigen. "Oil and mining" wären jene Bereiche die durch den Weltwirtschaftsaufschwung deutlich profitieren werden.

 

UK

M&G geht davon aus, dass die Anteile an Klein- und Mittelbetrieben weiterhin eine gute Performance liefern werden. Jedoch ein selektiveres Auswählen der Werte sei nun schon durchaus angebracht. Langfristig orientierte Investoren sollten sich auf Firmen konzentrieren, die in der Lage sind Dividenden zu steigern und höhere Renditen zu erwirtschaften. Der Aktienmarkt des Vereinigten Königreichs würde zu dem noch eine Fülle von qualitativ hochwertigen Aktien beinhalten die auch für die Positionierung in Fonds gut geeignet sind. Als aussichtsreichste Sektoren streicht Hatherly Freizeit, Medien und Dienstleistung heraus. Einzelne Werte in den Bereichen Getränke und Nahrungsmittel würden aber auch Chancen bergen.

 

 

Europa

Die europäischen Aktienmärkte haben sich überraschenderweise außerordentlich gut entwickelt. Trotz des momentan schlechten wirtschaftlichen Hintergrundes. M&G geht von einem Anhalten dieser Entwicklung aus, sofern der Konjunkturaufschwung auch nach Europa überschwappt. Die notwendigen strukturellen Reformen - Pensionen, Flexibilisierung des Arbeitsmarktes - der Regierungen sollten nun bald Folgen. Hatherly findet in Europa Unternehmen attraktiv die Kostensenkungsprogramme durchsetzen und in den asiatischen Raum expandieren.

 

 

Japan

Der Boom der chinesischen Wirtschaft, in der japanische Unternehmen stark mitmischen, und die stark wachsende   Exportrate hat der japanischen Wirtschaft aus der Rezession geholfen, analysiert der M&G-Experte. Der Trend scheint auch weiter anzuhalten, was auch ausländische Investoren wieder in japanische Anlagemöglichkeiten locken könnte. Eine Konsolidierungsphase scheint aber unausweichlich, da der Markt seit April um 40% angezogen hat. Als besonders interessant sieht Hatherly die kleinen japanischen Firmen.