Steigende Preise sorgen bei vielen Menschen für ein mulmiges Gefühl. Dabei hat eine moderate Inflation auch ihr Gutes. Gerade Anleger, die auf Infrastruktur-Unternehmen setzen, profitieren meist von einem allgemein anziehenden Preisniveau. "Langfristig gesehen ist eine Welt des kontrollierten Wirtschaftswachstums mit sanft steigender Inflation für viele börsennotierte Infrastruktur-Unternehmen eine wichtige Wachstumsquelle – direkt oder indirekt", sagt Alex Araujo, Portfolio Manager bei M&G Investments. Denn inflationsgebundene Erträge zählen zu den wesentlichen Merkmalen dieser Anlageklasse und lassen Cashflows und Dividenden steigen.

Der Asset-Manager hat untersucht, wie Infrastruktur-Unternehmen auf steigende Zinsen reagieren. Das Ergebnis: Bei einer Verschiebung der Zinskurve um 100 Basispunkte würden defensive Bereiche der wirtschaftlichen und sozialen Infrastruktur leiden, während sich entwickelnde Infrastruktur gut dastünde. In diesen Bereich fallen etwa Kommunikations- und Übertragungsinfrastruktur. Araujo zufolge eignen sich Investitionen dort besonders gut zur Diversifikation des Portfolios. 

Rückenwind durch strukturelle Trends
Inflation ist freilich nicht der einzige Wachstumstreiber. Die Bedeutung digitaler Netze zeigte sich zuletzt besonders deutlich in der Coronakrise, als während der globalen Lockdowns Millionen von Menschen dazu gezwungen waren, von zuhause zu arbeiten und sich virtuell mit anderen zu treffen oder zu unterhalten. Auch langfristige Themen wie das immer stärkere Datenwachstum kommt dem Sektor zugute. "Der anhaltende strukturelle Aufwärtstrend der Zahlungsnetzwerke ist vorteilhaft für die Transaktionsinfrastruktur, denn die langfristige Verlagerung weg von Bargeldtransaktionen hin zu Online- und Kartenzahlungen hielt während des Lockdowns an", sagt Araujo. Betrachte man das veränderte Verbraucherverhalten, könnte sich der Trend sogar noch beschleunigen. (fp)