Nach mehr als zwei Jahren, in denen US-Aktien kontinuierlich über ihrem 200-Tage-Durchschnitt gehandelt wurden, hat die Lage durch den Ausverkauf im November gedreht. Mittlerweile haben am Aktienmarkt die Bären die Kontrolle übernommen, sagen Analysten des Fondsanbieters M&G. Der US-Index S&P 500 notiert nun unter seinem 200-Tage-Durchschnitt. Das bestärkt Pessimisten in ihrer Meinung, dass es weiter abwärts geht. Tatsächlich werden wohl vor allem die Schwankungen am Markt weiter zunehmen. Value-Investoren können die höhere Volatilität zur Schnäppchenjagd nutzen, heißt es von M&G.

Ähnlich sieht es bei Unternehmensanleihen aus. Im November gab es einige überraschende Einbrüche am Bondmarkt, etwa bei General Electric und bei British American Tobacco. Auch von einigen italienischen Emittenten halten sich Investoren jetzt fern, wegen des Haushaltsstreits zwischen Italien und der EU. Einige Anleihen wurden womöglich überverkauft, weil Anleger übertrieben pessimistisch waren, so die M&G-Experten. Andere hingegen sind jetzt aus gutem Grund billig. Investoren müssen genau hinschauen, ob Preis und Wert zusammenpassen.

Selektive Chancen auch am Währungsmarkt
Auch bei Schwellenländerwährungen ging es zuletzt abwärts. Viele Emerging-Markets-Währungen sind gegenüber dem US-Dollar regelrecht abgestürzt – vor allem im Sommer, im Zuge der Wirtschaftsprobleme in Argentinien und der Türkei. Nach Einschätzung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) sind denn nun auch die türkische Lira und der argentinische Peso die am günstigsten bewerteten Schwellenländerdevisen. Andere, wie der peruanische Sol, scheinen dagegen eher zu teuer. (fp)