Noch planen die Notenbanken keine Änderung ihrer Geldpolitik; das belässt die Zinsen weiterhin auf extrem niedrigem Niveau. Damit ist das aktuelle Umfeld günstig für Risikoanlagen, meint Jim Leaviss, Head of Fixed Interest für die Publikumsfonds des Vermögensverwalters M&G. "Die Creditspreads sind sowohl auf den Investment-Grade- als auch auf den High-Yield-Märkten wieder auf das Niveau von vor der Covid-Krise gestiegen", begründet der Finanzprofi.

Leaviss nennt zwei wesentliche Gründe, die seiner Meinung nach aktuell für Unternehmensanleihen sprechen: Zum einen haben etwa 85 Prozent der Unternehmen bei den letzten Gewinnmeldungen die Erwartungen der Analysten übertroffen. Zum anderen dürften Ausfallquoten bei Unternehmen angesichts eines starken Wirtschaftswachstums und anhaltender staatlicher Unterstützung niedrig bleiben, so der M&G-Manager. Bei Firmen aus dem produzierenden Gewerbe sollten Anleger allerdings Vorsicht walten lassen. "Noch ist fraglich, ob Produktionsunternehmen die aktuell höheren Herstellungskosten vollständig weitergeben können", meint Leaviss. Falls nicht, dürfte das den Gewinn dieser Firmen deutlich schmälern. 

Vorsicht bei Investments in Schwellenländer 
Auch bei Schwellenländeranleihen sollten Anleger aktuell zumindest selektiv vorgehen. Dafür gibt es laut Leaviss einige Gründe, angefangen bei einem allgemein schwächeren Welthandel in Folge der Covid-Pandemie bis hin zur Ausbreitung der Delta-Variante in großen Teilen Asiens – was einigen asiatischen Bonds hohe Kursverluste beschert hatte. Trotzdem könnten Anleger bei Schwellenländern noch die ein oder andere gewinnbringende Anleihe entdecken. "Viele Schwellenländer sind inzwischen hinsichtlich ihrer längerfristigen Wachstumsaussichten und ihres Verschuldungsgrads im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt mit den Industrieländern vergleichbar", betont Finanzprofi Leaviss. "Deshalb ist dies immer noch ein attraktiver Anleihemarkt, der hohe Renditen möglich macht." (fp)