Das Jahr 2020 hat neben einer globalen Pandemie auch einen der größten Finanzskandale unserer Zeit hervorgebracht: Wirecard. Ebenfalls skandalös: Mitarbeiter der Finanzaufsicht Bafin, die genau solche Machenschaften eigentlich verhindern sollen, hatten in der Vergangenheit mit Wirecard-Aktien gehandelt und dies erst verspätet gemeldet (FONDS professionell ONLINE berichtete). Deswegen überprüft das Bundesfinanzministerium nun, das Handelsverbot um ein automatisches Meldewesen bei den Depotbanken zu ergänzen, wie es auch bei den Banken üblich ist, berichtet das "Handelsblatt".

In einer Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage des FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler, die der Wirtschaftszeitung vorliegt, heißt es, es werde geprüft, ob ein solches "Zweitschriftenverfahren" in Zukunft einen Mehrwert bieten würde. "Das Zweitschriftenverfahren muss kommen, damit relevante Abteilungen und Mitarbeiter nicht mehr in den Verdacht kommen, mit Aktien von beaufsichtigten Unternehmen zu handeln", so Schäffler gegenüber dem "Handelsblatt".  "Es braucht hier eine wirksame Verschärfung."

Regelung zu pauschal
Der Personalrat der Bafin ist von dem Vorschlag weniger angetan, berichtet die Wirtschaftszeitung. Er hatte Anfang November in einer Stellungnahme die geplanten Regelungen im Entwurf des Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetzes kritisiert. Nicht jeder Bafin-Mitarbeiter arbeite in Abteilungen, in denen er an Insiderwissen über bestimmte Aktien kommen könne. Der Personalrat plädiert daher für differenziertere Vorschriften, zumindest für Aktien von Firmen, die nicht direkt von der Bafin beaufsichtigt werden. (fp)