Analysten sprechen dieser Tage gern über Disruption. Sogenannte "zerstörerische" Unternehmen verändern durch neue Produkte oder Prozesse ganze Wirtschaftszweige oder lassen sie sogar obsolet werden. Es lässt sich nur schwer sagen, wo Innovation aufhört und Disruption anfängt, sagen Analysten von M.M.Warburg. "Fakt ist aber, dass Unternehmen mit disruptivem Potenzial eine deutlich bessere Kursentwicklung aufweisen als der breite Markt."

Bei etablierten Unternehmen ist das disruptive Potenzial bereits im Aktienkurs eingepreist. Auch wenn sich etwa die Aktien von Apple und Amazon in den kommenden Jahren weiterhin besser entwickeln dürften als der US-Aktienindex S&P 500, besteht die Herausforderung für Anleger doch vor allem darin, die zukünftigen Apples und Amazons zu finden.

Drei Wege, ein Ziel
Man kann entweder mit Expertenwissen Firmen identifizieren, die dank herausragender technologischer Fähigkeiten oder kühner unternehmerischer Visionen wahrscheinlich zum Kreis disruptiver Unternehmen gehören werden. Oder man kann leistungsstarke Auswertungsverfahren und Patentdatenbanken nutzen, um die Wertigkeit von Erfindungen zu erkennen, und daraus das Disruptionspotenzial der Patentanmelder ableiten.

Beide Ansätze können prinzipiell zum Erfolg führen, heißt es von M.M.Warburg. Beide Methoden weisen aber auch Schwächen auf. Experten sind nicht unfehlbar, und geniale Erfindungen müssen nicht unbedingt kursrelevant sein. Die Privatbank setzt deshalb auf eine dritte Variante: Sie sucht mit statistischen Methoden nach Verlaufsmustern in den Zeitreihen von Fundamentaldaten, die typisch sind für disruptive Unternehmen in der Frühphase. (fp)