Die globalen Börsen haben sich in den vergangenen Wochen von den Einbrüchen des vergangenen Jahres gut erholt. Nun stellen sich viele Investoren die Frage, ob der positive Trend anhält – oder ob es sich dabei nur um eine kurze Zwischenerholung handelt. Um diese Frage zu beantworten, haben Experten der Privatbank M.M.Warburg die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unter die Lupe genommen. Ihr Resümee: Solange sich die Wirtschaftsdaten nicht verbessern, steht die Erholung an den Aktienmärkten auf wackeligen Beinen.

Insbesondere der Handelsstreit zwischen den USA und China spielt eine enorme Rolle für die Stimmung am Aktienmarkt, sagen die Experten. Eine Einigung scheint zwar nahe, ist aber noch keine ausgemachte Sache. Selbst wenn sich die Handelsbeziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und China bessern: US-Präsident Donald Trump könnte sich als nächstes die Europäer vorknöpfen, mit denen er die Handelsbeziehungen ebenfalls neu ordnen möchte. Solche politischen Unsicherheiten werden auch in Zukunft die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen negativ beeinflussen, prophezeien die Analysten.

Vorsicht bei Gewinnerwartungen 
Für Investoren dürften Aktien weiterhin eine gute Wahl sein, sagen die Privatbank-Strategen – allerdings nur, "wenn die negativen wirtschaftlichen Perspektiven bereits in ausreichendem Maße in den niedrigeren Aktienkursen enthalten sind." Zwar wurden die Gewinnerwartungen seit dem vergangenen Sommer stetig nach unten revidiert. Allerdings ist es ist mit Blick auf die globale Konjunktur für Unternehmen zugleich schwer, höhere Gewinne zu erwirtschaften. Ein echtes Schnäppchen sind Aktien derzeit also nicht. (fp)