Nach Jahren des Aufschwungs macht sich in vielen Schwellenländern Ernüchterung breit. Investoren ziehen seit Monaten massenhaft Kapital ab, Aktienkurse fallen, Währungen stürzen ab. Der Höhepunkt der viel zitierten Krise ist aber noch lange nicht erreicht, meinen zwei prominente Marktkenner: Mark Mobius und Jim Rogers.

Mit ihren jüngsten Aussagen zur Schwellenländerkrise widersprechen Mobius und Rogers einem anderen Großen der Investmentbranche. Jim O'Neill, der frühere Chefvolkswirt von Goldman Sachs und Erfinder des Akronyms BRIC, das seit mehr als zehn Jahren für die größten Hoffnungsträger der Weltwirtschaft Brasilien, Russland, Indien und China steht, teilte vergangene Woche gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg mit, er sehe nach den Rückschlägen nun wieder gute Einstiegschancen.

"Wir kaufen nicht"
Die Antwort von Mark Mobius fällt relativ deutlich aus: Die Stimmung am Markt sei sehr schlecht, daher seien weitere Verkäufe zu erwarten, so der 77-jährige Chef der Templeton Emerging Markets Group im Bloomberg-Interview. Und weiter: "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kaufen wir nicht. Die Preise können noch weiter fallen oder benötigen allenfalls Zeit, sich zu stabilisieren."

Noch ein Stück dramatischer formuliert Jim Rogers seine Bedenken hinsichtlich der zahllosen Schwierigkeiten in Ländern wie Brasilien, Indonesien oder der Türkei. Der Star-Hedgefondsmanager warnte Investoren in einem Interview mit dem Nachrichtensender "RT" vor schwerwiegenden Problemen, die sich aus seiner Sicht sogar noch weiter verschärfen werden. "Die Emerging-Markets-Krise hat eben erst begonnen." (dw)