Die asiatischen Aktienmärkte haben in den vergangenen Jahren eher enttäuscht. Die Unternehmen in der Region hatten lange vom globalen Wirtschaftswachstum profitiert. Als sich dieses abschwächte, bekamen sie Probleme. "Doch nun trägt der Konsolidierungskurs der asiatischen Unternehmen zunehmend Früchte", sagt Ekkehard Wiek, Fondsberater bei Monega. Die Löhne sind zuletzt kaum gestiegen, das wirkt sich positiv auf die Gewinnmargen aus. Auch die niedrigen Rohstoffkosten kommen vielen Firmen zugute.

Seit Frühjahr zieht das Gewinnwachstum in Asien wieder an. Trotzdem sind asiatische Titel noch moderat bewertet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 15,7 und damit innerhalb des Durchschnitts der vergangenen 20 Jahre. "Neben den günstigen Bewertungen sprechen noch weitere Faktoren für eine Investition in der Asien-Pazifik-Region", sagt Wiek: die junge Bevölkerung, der steigende Lebensstandard und die vergleichsweise niedrige Verschuldung vieler Staaten und Unternehmen.

Substanz statt Wachstum
Das größte Potenzial sieht Wiek derzeit bei Aktien aus der Versorgungs-, Ernährungs- und Gesundheitsbranche. Auch Titel aus dem Tourismus- und Infrastruktursektor findet er interessant. Strategisch bevorzugt er dabei Value-Aktien. "Viele Anleger setzen in Asien auf Growth-Strategien. Dabei haben Substanzwerte in den vergangenen 20 Jahren eine deutlich höhere Rendite erzielt als populäre Growth-Titel", sagt er. Zwischen 1996 und 2016 erzielten Value-Strategien gegenüber Growth-Strategien in der Region Asien-Pazifik eine Outperformance von 12,9 Prozent pro Jahr. (fp)