Indexnahe Investments liegen im Trend. Ende Januar waren weltweit erstmals mehr als fünf Billionen US-Dollar in börsengehandelten Fonds (ETFs) und Rohstoffpapieren (Exchange-Traded Products, ETPs) investiert, wie ein Bericht des Analysehauses ETFGI zeigt. Über die vergangenen zehn Jahr gerechnet nahm das Volumen dieser Vehikel im Schnitt um 18,9 Prozent per annum zu. Die Zahl der ETFs und ETPs ist unterdessen auf 7.269 gestiegen – auch das ein neuer Rekord.

Bei aller Begeisterung scheinen einige ETF-Fans die Grundregeln für umsichtiges Investieren zu vergessen – vor allem im Hinblick auf die Risikostreuung. Nicht alle Indizes, für die ETFs angeboten werden, sind in Sachen Diversifikation geeignet, erklärt die Ratingagentur Morningstar.

"Ein besonderes Augenmerk auf die Qualität der ETF-Benchmarks richten"
Bei aktiv gemanagten Fonds ist die Sache eindeutig geregelt: Der Maximalanteil einer einzelnen Aktie darf gemäß UCITS-Regularien bei höchstens zehn Prozent liegen, und alle Positionen, die mehr als fünf Prozent des Fondsvermögens ausmachen, dürfen in Summe nicht die 40 Prozent-Marke überschreiten. "Was viele Anleger nicht wissen: Für Indextracker gilt diese 5/10/40-Regel nicht", erklärt Morningstar-Chefredakteur Ali Masarwah.

Indextracker dürfen maximal 20 Prozent des Fondsvermögens in einzelne Titel investieren, in Extremfällen können es sogar bis zu 35 Prozent sein. "Das hat zur Folge, dass passive Investoren an einer wichtigen Stelle aktiv werden müssen: Sie sollten ein besonderes Augenmerk auf die Qualität der ETF-Benchmarks richten", mahnt Masarwah.

"Die Verwaltungsgebühren für den ETF sparen"
Vor diesem Hintergrund hat Morningstar eine Handvoll Indizes ausgemacht, die aus Diversifikationsgründen mit Vorsicht zu genießen sind – und, sofern möglich, Alternativen ausgelotet. "Es handelt sich dabei um Benchmarks, auf die tatsächlich Produkte begeben wurden und die in Europa zum Vertrieb zugelassen sind", erklärt Masarwah. Um welche fünf Indizes es dabei geht, zeigt unsere Bilderstrecke oben – einfach weiterklicken!

Anleger, die Streuungsaspekte bewusst außer Acht lassen möchten – etwa, weil sie von einer bestimmten Investmentidee hunterprozentig überzeugt sind – sollten sich laut Morningstar überlegen, ob sie nicht lieber ein Investment in eine Einzelaktie eingehen wollen. "So können sie eine klare Wette eingehen und sich zudem die Verwaltungsgebühren für den ETF, so niedrig sie auch sein mögen, sparen", erklärt Masarwah abschließend. (ps)