Aktiv oder passiv? Schaut man sich die Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung der Fondsratingagentur Morningstar an, so scheint die Antwort zumindest für Portfolios, die auf amerikanische Börsenschwergewichte setzen, klar. "Bei US-Aktienfonds ist aktives Management seit der Finanzkrise immer mehr ins Abseits geraten. Indexfonds sind heute die Vehikel der Wahl für Investoren", schreibt Morningstar-Chefredakteur Ali Masarwah in einer aktuellen Einschätzung.

Innerhalb der Gruppe "US-Standardwerte" haben sich demnach die Gewichte komplett verschoben: So liegt der volumengewichtete Anteil von Indexfonds innerhalb der Kategorie derzeit bei 68 Prozent; nur 32 Prozent des investierten Kapitals entfallen dagegen auf aktiv verwaltete Fonds. Im März 2009 war das Verhältnis noch exakt umgekehrt. Seitdem zogen Investoren laut Morningstar-Daten rund 24 Milliarden Euro aus aktiv verwalteten US-Aktienportfolios ab, während entsprechende Herausforderer aus dem ETF-Lager gleichzeitig Zuflüsse von 82 Milliarden Euro verbuchten.

Angesichts der positiven Entwicklung der Wall Street in den vergangenen zehn Jahren mag das Ergebnis überraschen. Masarwah bezeichnet es dennoch als "vollkommen logisch". Der Grund: Aktives Management habe Anlegern in dieser Kategorie – immerhin der zweitbedeutsamsten in Europa – schlicht keinen Mehrwert gebracht, und das habe sich eben herumgesprochen.

Indexfonds gewinnen fast immer
"Unser jüngst veröffentlichtes Aktiv-Passiv-Barometer hat per Ende März die ernüchternde Tendenz erneut bestätigt", sagt Masarwah. Demnach haben in den vergangenen zehn Jahren nur zwei Prozent der aktiv verwalteten Fonds ein Referenzportfolio aus US-Indexfonds übertroffen. Das Aktiv-Passiv-Barometer von Morningstar vergleicht aktiv verwaltete Fonds nicht mit ihren Vergleichsindizes, sondern mit passiven Fonds. "So wollen wir Anlegern eine praktische Alternative illustrieren – schließlich kann keiner den Index kaufen", erklärt Masarwah. (fp)