Junge Menschen sind als Zielgruppe für Finanzberater oft nicht sonderlich attraktiv. Sie verdienen wenig und machen viel Arbeit. Beraterkunden sind daher in der Regel älteren Semesters, beobachtet Sabine Said, Executive Vice President bei der Fondsplattform Moventum. Sie hält das für einen Fehler: "Es ist entscheidend, dass sich Berater um junge Menschen kümmern, schon früh Vertrauen aufbauen und dann irgendwann auch Geld mit diesen Kunden verdienen", sagt sie.

Junge Kunden wiederum brauchen professionelle Beratung – und zwar durch einen echten Menschen und nicht durch einen kostengünstigen Robo Advisor. Denn die Millennials übernehmen häufig nicht mehr die Lebensentwürfe ihrer Eltern: Sie nutzen Freiheiten im Job aus, arbeiten bereits während der Ausbildung in Projekten. Einnahmen und Beförderungen sind weniger linear, weniger planbar – deshalb müsse die junge Generation auch ihre Finanzen anders planen als ihre Eltern, sagt Said.

Auch mit Jungen lässt sich Geld verdienen
Die Beratung junger Menschen ist aufwendig. Sie erfordert Menschen, die sich am Markt und bei den Produkten wirklich auskennen und bereit sind, einen Blick über den Tellerrand zu werfen. Ein Vorteil: Seit die Regulierung immer mehr Transparenz verlangt und auch bei der Vereinbarung von Service-Entgelten neue Wege gegangen werden, ist die Preisgestaltung für Berater einfacher geworden. "Sie müssen sich nicht an provisionsstarken Produkten orientieren, sondern können ihre Expertise nach Stunden oder auch pauschal abrechnen", erklärt Said. So lasse sich auch bei jungen Menschen mit geringen Anlagesummen Geld verdienen. (fp)