Lange gingen die Kapitalmärkte davon aus, dass die US-Notenbank 2019 noch mindestens einmal, wenn nicht sogar zweimal die Zinsen anheben würde. Nun habe sich der Wind allerdings gedreht, sagt Sascha Werner, Portfoliomanager bei Moventum AM. Mittlerweile sei sogar eine Senkung der Leitzinsen in den USA nicht mehr auszuschließen. "Für den Rentenmarkt heißt das: Es ist die Wende von der Wende", sagt Werner.

Die Renditen der zehnjährigen US-Staatsanleihen sind bereits von rund 3,25 Prozent auf 2,45 Prozent gefallen. Die sinkenden Renditen bei US-Papieren mit Hochzins- oder Unternehmensanleihen ausgleichen zu wollen hält Werner für keine gute Idee. "Wir erwarten, dass sowohl Corporates als auch High Yields zunächst seitwärts tendieren. Mittelfristig erachten wir beide als unattraktiv", sagt Werner.

Brexit und Italien belasten Renditen
In Europa sieht es kaum besser aus. Die Anleihen der Kernstaaten bieten weiterhin nur sehr niedrige Renditen. Die Papiere der Peripheriestaaten locken zwar mit immer noch relativ attraktiven Renditen – allerdings müssen Investoren bereit sein, die damit verbundenen Risiken zu tragen. "Da weder der Brexit noch die Italien-Frage geklärt sind, erwarten wir nicht nur keine steigenden Renditen, sondern im Gegenteil sogar weiter rückläufige Renditen – insbesondere bei guten Bonitäten", so Werner. (fp)