Die Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China kommt gerade zur rechten Zeit. Hätten Chinas Staatsoberhaupt Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump ihre Fehde im neuen Jahr unverändert fortgesetzt, hätte das die Weltwirtschaft auf Basis der bis dato verhängten Strafzölle 0,7 Prozent Wachstum gekostet. Anleger hat die Ankündigung eines Teilabkommens daher in Partylaune versetzt. "Die Furcht vor einer durch einen Handelskrieg ausgelösten Rezession nimmt ab", beobachtet Sascha Werner, Portfoliomanager bei Moventum AM.

Die neu gewonnene Zuversicht dürfte nicht enttäuscht werden. Berechnungen des National Bureau of Economic Research (NBER) zufolge liegt die Wahrscheinlichkeit einer Rezession aktuell bei rund 37 Prozent oder anders ausgedrückt: Die Wahrscheinlichkeit, dass es nicht zu einer Rezession kommt, liegt bei 63 Prozent. "Dieses Modell erwies sich für Daten der vergangenen 50 Jahre als sehr verlässlicher Frühindikator", erklärt der Anlageprofi.

Im ersten Quartal 2020 dürfte die Weltwirtschaft auf Erholungskurs gehen, glaubt Werner. "Trump, der im kommenden Jahr wiedergewählt werden möchte, wird alles daransetzen, die US-Wirtschaft am Laufen zu halten."

Konjunktur stützt High Yields
Aktien bleiben damit auch 2020 attraktiv. Bei Anleihen dagegen sollten Investoren nachjustieren. "Der Spread der Peripheriestaatsanleihen zu Bundesanleihen hat sich deutlich eingeengt, das Risiko, in italienische oder griechische Staatsanleihen zu investieren, wird nicht mehr ausreichend entlohnt", sagt Werner. Unternehmensanleihen oder High Yields bieten nach wie vor einen Spreadvorteil. Eine stabilere Konjunktur sollte im neuen Jahr für Stabilität sorgen, Unternehmensanleihen dürften darüber hinaus auch vom neuen EZB-Anleihekaufprogramm profitieren. (fp)