Das Chaos an den Finanzmärkten erreicht in der Corona-Pandemie immer neue Dimensionen: Einem "schwarzen Montag" folgt ein noch "schwärzerer" Donnerstag sowie weitere zumindest dunkelgraue Tage, der deutsche Leitindex Dax brach in den vergangenen Wochen regelrecht ein. "Doch langsam zeichnet sich eine Bodenbildung ab", sagt Michael Jensen, Anlagestratege bei Moventum.

Die Kapitalmärkte dürften den ersten Schock bald verdaut haben. Manch Investor dürfte dann feststellen, dass nicht alle Werte dermaßen abgestraft gehören, wie derzeit zu beobachten. Damit sich die Aktienkurse jedoch wirklich stabilisieren, müssen sich erst die Infektionszahlen entsprechend entwickeln, erklärt Jensen und verweist auf die Erfahrungen aus der Vergangenheit. Im Jahr 2003 brach in Asien die Lungenkrankheit Sars aus. Die Märkte brachen ebenfalls stark ein.

USA steht noch vor dem Scheitelpunkt
Dabei konnte man beobachten, dass die Aktienkurse solange fielen, wie die Infektionszahlen anzogen. "Als die Zahl der Neuinfektionen fiel, stiegen die Börsen wieder", sagt Jensen. Es kam zu starken Nachholeffekten – ein Muster, das auch auf die gegenwärtige Krise zutreffen kann. Offen ist, wann die Erholung einsetzt. "Zwar hat China den Höhepunkt der Infektionen bereits überwunden, andere Staaten und vor allem die USA stehen aber noch vor dem Scheitelpunkt", sagt Jensen. Erst wenn dieser überschritten ist, dürfte die Wirtschaftsleistung wieder anspringen. (fp)