Banken haben schon lange mit den Negativzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) zu kämpfen. Allein im vergangenen Jahr habe die Stadtsparkasse München 13 Millionen Euro an Strafzinsen zahlen müssen, sagt Ralf Fleischer, Chef der Stadtsparkasse München, gegenüber der Zeitung "Merkur". Sollte der Einlagezins von minus 0,4 Prozent noch tiefer sinken, kämen Banken nicht mehr umher, diese Kosten an die Kunden weiterzugeben.

Der Münchner Sparkassenchef will bei einem solchen Schritt aber nicht die Kleinsparer ins Visier nehmen. Für ihn seien Freibeträge von 50.000 bis 100.000 Euro denkbar. Damit orientiert sich Fleischer an der Vorgehensweise anderer Banken. Das Verbraucherportal Biallo hatte in einer Umfrage im Auftrag der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) Banken kürzlich zu ihrem Umgang mit Negativzinsen befragt. 160 Institute haben auf die Fragen geantwortet.

Firmenkunden zahlen bereits Einlagezins
107 der Finanzinstitute gaben an, bislang nur ihren Firmenkunden Negativzinsen in Rechnung zu stellen. Die Privatkunden bitten nur 30 der befragten Institute zur Kasse, wenn das Guthaben höher als 100.000 Euro ist. Sollte die EZB den Einlagezins weiter senken, wollen laut SZ weitere Banken den Negativzins an die Kunden weitergeben, beispielsweise in Form sogenannter "Verwahrentgelte". Im September tagt der EZB-Rat über mögliche Zinsentscheidungen. (fp)