Die Eingriffe des US-Finanzministeriums in die Anleihen- und Währungsmärkte haben Investoren verunsichert und für Volatilität gesorgt. Damit setzt sich ein Trend fort, der bereits zu Beginn von Donald Trumps zweiter Präsidentschaft begonnen hatte: "Die Vormacht des US-Dollar bröckelt", sagt Roger Rüegg, Leiter Multi-Asset-Solutions bei Swisscanto / ZKB, und nennt seine wichtigsten Anlageideen.

Edelmetalle als Profiteure
Etwa Edelmetalle: Sie legten im August kräftig zu und brachen wichtige Schwellenwerte, so Rüegg. So überschritt Gold die Marke von 4.500 US-Dollar je Feinunze. Und auch die ETF-Flows in Edelmetalle ziehen an. Rüegg sagt: "Wir kaufen Silber dazu, denn wir sehen hier sogar größeres Potenzial als bei Gold."

Aufgrund der Eingriffe des US-Finanzministeriums nehme der Trend weg vom Dollar nach etwa einem Jahr Pause wieder Fahrt auf. "Wir reduzieren deshalb unsere US-Dollar-Quote in den Portfolios und bauen dafür den australischen Dollar und den Euro auf", erläutert der Multi-Asset-Leiter.

Aktien aus Schwellenländern
"Nach der deutlichen Korrektur im Juli sind Schwellenländeraktien mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von zehn nun deutlich günstiger bewertet", so Rüegg. Das Gewinnwachstum bleibt seiner Meinung nach 2026 mit 70 Prozent sehr stark. Er sagt: "Nachdem die Bewertungen der Überflieger aus Korea und Taiwan etwas nachgegeben haben, erhöhen wir jetzt unser Übergewicht."

Aktienchancen sieht er auch in Kanada. Rüegg: "Wir stufen die Sektoren Finanzwesen, Energie und Rohstoffe aktuell als attraktiv ein. Dies entspricht auch dem Aktienindex des Landes, weshalb wir hier taktisch unser Übergewicht erhöhen." Der aktuelle Handelsstreit mit den USA sei zugleich für diese Aktien weniger relevant.

Anleihen aus Australien statt den USA
Bei Anleihen setzt Swisscanto / ZKB aktuell eher auf Australien als die USA. Denn: Australische Anleihen bieten Renditen von 5,0 Prozent, das Land ist mit 50 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) nur gering verschuldet, und die Wirtschaft schwächt sich ab. (jh)