Der jüngste massive Kurssturz bei Rohöl – ausgelöst durch die Coronakrise und den Förderstreit zwischen Russland und Saudi-Arabien – zählt zu den stärksten Preisrückgängen der Geschichte. Schätzungen gehen davon aus, dass die globale Ölnachfrage infolge der weltweiten Quarantäne-Maßnahmen um bis zu 30 Prozent sinken könnte. Dennoch ist diese jüngste "Ölkrise" historisch betrachtet längst nicht das einzige Schockereignis bei Erdöl. Seit Jahrzehnten kommt es immer wieder zu extremen Preisausschlägen, die sich stets auf alle Regionen und Branchen auswirken. Am 17. Oktober 1973 stieg der Ölpreis von rund drei auf mehr als fünf US-Dollar pro Barrel – das entsprach einem Anstieg um rund 70 Prozent, bis 1974 stieg der Preis weiter bis auf 12 US-Dollar. Wenige Jahre später sorgte die Revolution im Iran für einen Ölförderrückgang, der den Ölpreis in den darauffolgenden zwölf Monaten um bis zu 100 Prozent verteuerte.

Nicht zuletzt aufgrund der hohen Ölvorkommen in Nahost und Russland ist der Rohstoff auch ein politisches Thema – immer wieder wurde versucht, den Preis in die eine oder die andere Richtung zu manipulieren, um Druck auf Staaten auszuüben. Wer die Entwicklung der Weltwirtschaft verfolgt, muss immer auch ein Auge auf die Situation im Ölbereich werfen. Testen Sie Ihr Fachwissen zu diesem Thema!