Beim Londoner Auktionshaus Sotheby’s kamn am Dienstag einige Objekte aus dem Nachlass des Ökonomen und Nobelpreisträgers Friedrich August von Hayek unter den Hammer. Dabei erzielte das Kronjuwel der Sammlung, die goldene Nobelpreis-Medaille aus dem Jahr 1974, nach einem wahren Bietergefecht einen Zuschlag von 1,15 Millionen Pfund (umgerechnet 1,34 Mio. Euro) und damit beinahe das Doppelte des oberen Schätzpreises, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Andere Objekte gingen um ein Vielfaches über die Schätzpreise hinaus. Einen gravierten 200-Gramm-Goldbarren beispielsweise, den Freunde aus der Mont Pèlerin Society Hayek geschenkt hatten, erwarb ein namenloser Käufer für 27.500 Pfund (32.000 Euro) – gut das Vierfache des reinen Materialwertes.

Für Hayeks zweibändige Ausgabe von Adam Smith’ Klassiker "The Wealth of Nations", gedruckt 1911 und mit vielen handschriftlichen Randnotizen des Autors versehen, lautete das höchste Gebot schließlich 15.000 Pfund – dreißigmal so viel wie der obere Schätzpreis. Noch mehr, nämlich 40.000 Pfund, erzielte ein von Margaret Thatcher signiertes Manuskript einer Lobrede auf den liberalen Ökonomen, der sie einst beraten hatte.

Für Hayek kam das Geld zu spät
Schon früher kamen goldene Nobel-Medaillen auf den Markt, die Ergebnisse hingen stark von der Prominenz der Preisträger ab, schreibt die FAZ. Die Medaille des Biologen James D. Watson zum Beispiel erzielte vor fünf Jahren bei Christie’s den stolzen Preis von 4,75 Millionen Pfund (5,52 Mio. Euro). Hingegen wurde die Friedensnobelpreis-Medaille, die der französische Außenminister Aristide Briand 1926 für seine Rolle bei der (nur kurzfristig erfolgreichen) Versöhnung Deutschlands und Frankreichs nach dem Ersten Weltkrieg erhielt, 2008 gerade mal für bescheidene 12.200 Euro versteigert.

Die Erben des österreichischen Ökonomen Hayek dürften mit den erzielten Summen also sichtlich zufrieden sein. Ihm selbst ging es in seinen späten Jahren finanziell weniger gut, da er eine größere Summe mit riskanten Anlagen verloren hatte. Der in Wien geborene Ökonom lehrte 1899 an der London School of Economics und diskutierte heftig und leidenschaftlich mit Größen wie John Maynard Keynes.

Berühmt wurde Hayek durch sein 1944 veröffentlichtes Buch "Der Weg zur Knechtschaft", in dem er vor einem Verlust der Freiheit warnte, falls der Staat die Wirtschaft und Sozialsysteme planen wolle und den Wettbewerb auf dem Markt ausschalte. (aem)