David Lafferty, Chefstratege von Natixis Investment Managers, sieht die erneute Eskalation im Handelsstreit zwischen US-Präsident Donald Trump und der chinesischen Regierung um Präsident Xi Jinping gelassen: "Dies ist die neue Normalität für die Handelsbeziehungen zwischen den USA und China", sagt der Anlageprofi. Die USA würden mit Zöllen drohen, um China an den Verhandlungstisch zu bringen. Dann würden sie erneut mit Zöllen drohen, um die Verhandlungen voranzutreiben. Und schließlich, wenn ein Deal am Ende abgeschlossen wird, weiterhin mit Zöllen drohen, um die Einhaltung der Vereinbarungen durchzusetzen.

Anleger sollten die Drohgebärden druchschauen und sich selbst bei einem Deal nicht in völliger Sicherheit wiegen. "Es handelt sich nicht um eine binäre Option vom Typ 'Kein Deal = schlecht, Deal = gut", sagt Lafferty. Die Unsicherheit werde dennoch bestehen bleiben. "Wir werden dann immer noch in einer Welt leben, in der die Entspannung sofort durch einen heftigen Tweet zunichte gemacht werden kann", sagt der Anlageprofi.

Wirtschaftswachstum hat sich verlangsamt
Die Wahrscheinlichkeit, dass es noch in diesem Jahr zu einem Vertrag kommt, liegt laut Lafferty bei etwa 65 Prozent. "Das ist zwar besser als 50/50, aber kaum eine sichere Sache, als die sie die Märkte in den letzten Monaten eingepreist haben", sagt der Chefstratege. Das beste Argument für einen Deal ist für ihn der Rückgang des Wirtschaftswachstums, den beide Volkswirtschaften im vierten Quartal 2018 verzeichnet hatten. "Sowohl Trump als auch Xi werden diese deutliche Verlangsamung erkannt haben", sagt Lafferty. (fp)