Für die Emerging Markets ist 2018 ein schwieriges Jahr. Bei Schwellenländeranleihen ließ sich im August ein massiver Ausverkauf beobachten, sagt Rob Drijkoningen, Experte für Emerging-Markets-Bonds bei Neuberger Berman. "Betrachtet man die Statistiken der vergangenen Jahrzehnte, erfahren Anleihen aus den Emerging Markets nach ausgeprägten Verlusten aber stets eine rapide Erholung und machen innerhalb von drei Monaten die Hälfte der Verluste wieder wett", erklärt er.

Schwellenländeranleihen dürften also vor einem Comeback stehen. Zögerliche Anleger laufen Gefahr, die Erholung zu verpassen, warnt Drijkoningen. "In den nächsten Monaten könnten sich gute Nerven auszahlen", ist er überzeugt. Der Bond-Experte weist darauf hin, dass sich Bewertungen und Fundamentaldaten in den Schwellenländern allmählich wieder annähern. Auch das spricht für eine Erholung.

Gute Aussichten trotz Unsicherheit
Zwar könnten einige Faktoren in den kommenden Monaten für neue Schwankungen am Markt sorgen. So ist etwa fraglich, ob die Türkei ihre Geldpolitik weiter strafft. Der Handelsstreit könnte den europäischen Schwellenländern und China schaden, auch ein stärkerer US-Dollar wäre eine Belastung für die Emerging Markets. "Dennoch sehen wir gute Gründe für eine Erholung von Schwellenländeranleihen in den nächsten Monaten", so Drijkoningen. (fp)