Deutsche Privatanleger haben im vergangenen Jahr 39,4 Milliarden Euro in Aktien sowie weitere 41,6 Milliarden Euro in Fonds und ETFs investiert – der höchste Wert seit 2001. Damit nicht genug: Allein im ersten Halbjahr 2021 investierten sie weitere 57,4 Milliarden Euro in Aktien und Fonds. Der Trend setzt sich also fort. Das zeigt eine Analyse des digitalen Vermögensverwalters Whitebox. Auch die Zahl der Aktionäre wächst rasant. Privatanleger eröffneten in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 1,4 Millionen neue Depots. Das sind beinahe so viele wie im gesamten vergangenen Jahr mit 1,7 Millionen, dem Jahr mit dem bislang höchsten Wachstum seit 2001. 

Pech nur für traditionelle Bankhäuser und Sparkassen: Von der neuen Börsenlust profitieren vornehmlich Robo-Advisor und Neobroker. Acht von zehn Debütanten-Depots wurden bei digitalen Anbietern eröffnet. "Kunden wünschen sich einen einfachen, bequemen und kostengünstigen Zugang zur Geldanlage", sagt Salome Preiswerk, Geschäftsführerin von Whitebox. "Viele Banken und Sparkassen haben diese Entwicklung jedoch verschlafen und das Feld damit den Fintechs überlassen."

Ende des Aktienbooms nicht in Sicht
Angetrieben wurde das Aktieninteresse der Deutschen durch die Corona-Pandemie respektive den erzwungenen Zeitgewinn während der diversen Lockdowns, erklärt die Finanzexpertin. Sie sei aber nicht bloß ein vorübergehendes Phänomen: Die Depot-Neueröffnungen in Deutschland steigen bereits seit 2016 kontinuierlich an. "Das anhaltende Wachstum bei den Neudepots zeigt: Von einem Ende des Aktienbooms kann keine Rede sein. Insgesamt deutet viel darauf hin, dass sich die Aktienkultur in Deutschland auch über die Covid19-Pandemie hinaus nachhaltig positiv entwickelt", sagt Preiswerk. (fp)