Bei einer Auktion 30-jähriger US-Staatsanleihen wurde am Donnerstag (9.7.) die höchste Rendite seit fast 20 Jahren erzielt. Die Anleihen wurden zu einer Rendite von 5,058 Prozent zugeteilt. Das bedeutet den höchsten Stand seit 2007. Dies unterstreicht, wie das wachsende Anleiheangebot Investoren dazu veranlasst, höhere Renditen für Staatspapiere zu fordern. Für bereits emittierte 30-jährige Anleihen wurden in diesem Jahr bereits Renditen von bis zu 5,2 Prozent verzeichnet.

Während Staatsanleihen kürzerer Laufzeit stärker auf erwartete und tatsächliche Leitzinsänderungen reagieren, sind für die Rendite 30-jähriger Anleihen die Erwartungen hinsichtlich des langfristigen Wirtschaftswachstums, der Inflation und des Finanzierungsbedarfs der US-Regierung ausschlaggebend. In den vergangenen Monaten hatten alle diese Faktoren für steigende Renditen gesorgt.

"Dies ist erst der Anfang, nicht das Ende"
Viele Marktteilnehmer erwarten, dass die Renditen langlaufender US-Staatsanleihen weiter steigen, vor allem aufgrund der erhöhten Kreditaufnahme – und zwar nicht nur durch Regierungen weltweit, sondern auch durch Unternehmen, die Milliardensummen in KI-Infrastruktur investieren. Dies erklärte Gregory Peters, Co-Investmentchef bei PGIM Credit, gegenüber "Bloomberg". Der massive Anstieg der KI-Investitionen habe in diesem Jahr bereits zu einer Schuldenaufnahme der Unternehmen von mehr als einer Billion US-Dollar geführt.

"Dies ist erst der Anfang, nicht das Ende", sagte Peters. "Man wird einen Druck auf die Renditen am langen Ende der Zinskurve sehen." Er erwartet, dass die Rendite 30-jähriger Staatsanleihen in den kommenden zwölf Monaten die Marke von 5,5 Prozent erreichen wird. Zwar ließen sich Anleger weiterhin von Renditen bei US-Staatsanleihen von über fünf Prozent und bei langlaufenden Unternehmensanleihen von fast sechs Prozent locken. "Doch je länger dieser Zustand anhält, desto mehr werden sich die Anleger darauf einstellen, dass dies womöglich nicht ausreicht", so Peters. (Bloomberg/fp)