Wer seine Wertpapiere schon zu Lebzeiten verschenkt, kann mithilfe eines Nießbrauchdepots Steuern sparen. Bei dieser wenig bekannten Variante des Depotübertrags behält der Schenkende die Kontrolle über sein Vermögen und kann laufende Erträge wie Dividenden und Zinsen weiterhin vereinnahmen. Zugleich wechselt das Eigentum an den Wertpapieren den Besitzer. "Idealerweise findet die Übertragung zu einem frühen Zeitpunkt statt", rät Markus Richert, vom Vermögensverwalter Concept Vermögensmanagement. Denn so lassen sich Freibeträge nutzen, die sich alle zehn Jahre erneuern. Das hilft, größere Vermögen nach und nach steuersparend zu übertragen.   

Das Konzept des Nießbrauchs, das viele beim Verschenken von Immobilien als lebenslanges Wohnrecht kennen, funktioniert also auch bei Depots. "Der Nießbrauch stellt das unveräußerliche und unvererbliche Recht, die Nutzungen einer Sache oder eines Rechts zu ziehen, dar", erklärt Richert. Selbst Unternehmen, Kapitalbeteiligungen und Grundstücke lassen sich auf diese Weise weitergeben. Zusatzeffekt: Da der Schenkende Erträge wie Dividenden oder Zinsen erhält, reduziert sich der zu versteuernde Wert des übertragenen Vermögens peu a peu, so dass die Schenkungsteuer geringer ausfällt. "Der Wert des Nießbrauchs wird mithilfe einer speziellen Berechnungsformel errechnet, die sich unter anderem an der Sterbetafel orientiert, wobei das Alter des Schenkenden und die zu erwartende Lebensdauer eine Rolle spielen", sagt Richert.  

Schenkungsvertrag ist eine gute Idee  
Er rät dazu, einen präzisen Schenkungsvertrag aufzusetzen, um Konflikte oder Missverständnisse zu vermeiden. Sinnvoll ist es auch, Widerrufsrechte festzulegen, mit denen die Schenkung widerrufen und das Depot im Falle eines Falles zurückverlangt werden kann. "Damit können zum Beispiel gewisse Konstellationen wie etwa das Vorversterben des Beschenkten oder eine Drogen- oder Spielsucht des Beschenkten abgesichert werden", erläutert Richert. (fp)