Auf dem 19. Nationalkongress der Kommunistischen Partei 2017 verkündete Chinas Präsident Xi Jinping, sein Land werde sich gegenüber der Welt mehr und mehr öffnen. Zumindest für Anleger hat sich die Ankündigung als wahr erwiesen: Für ausländische Investoren ist es mittlerweile sehr viel einfacher, am chinesischen Aktien- und Rentenmarkt zu investieren. Denn die Volksrepublik kippte zahlreiche Restriktionen, die vor zehn Jahren noch in Kraft waren. Anleger sollten die Chancen nutzen, die sich in China bieten, ist Yii Hui Wong überzeugt, Anlageprofi beim japanischen Fondsanbieter Nikko Asset Management.

Mit umgerechnet rund neun Billionen US-Dollar ist der chinesische Rentenmarkt nach den USA und Japan der drittgrößte der Welt. Der Markt sei somit schlicht "zu groß zum Ignorieren", sagt Wong – und auch zu lukrativ: "In einer Welt von Minusrenditen können Chinas Onshore-Bonds Anlegern vergleichsweise hohe Renditen mit einem positiven langfristigen Ausblick für die Währung bescheren", sagt der Anlageprofi. Zudem korrelierten die Papiere weniger mit dem breiten Markt als die weiter entwickelten Rentenmärkte.

Renminbi-Nachfrage bleibt hoch
Rückenwind erhalten Bondinvestoren von der chinesischen Regierung. Chinas Staatsoberhaupt Xi Jinping ist fest entschlossen, der chinesischen Währung zu internationaler Größe zu verhelfen. Schon heute gilt der Renminbi als die Nummer 5 unter den weltweiten Währungen. Nicht zuletzt wegen der Neue-Seidenstraße-Initiative sieht Wong weiterhin Aufholpotential.

Die Nachfrage nach der chinesischen Währung werde auch von den großen Indexanbietern getrieben, die chinesische Aktien und Anleihen zunehmend in ihre globalen Indizes aufnehmen. "Risiken bestehen ohne Frage weiterhin, aber das Entwicklungspotential für Chinas Rentenmarkt ist riesig", sagt Wong. Das sollten Anleger in ihre Überlegungen miteinbeziehen. (fp)