Aktienanleger können im Jahr 2020 mit moderaten Zugewinnen rechnen, sagt John Vail, Chefstratege von Nikko Asset Management (Nikko AM). Er weist allerdings darauf hin, dass die US-Präsidentschaftswahl im September in dieser Rechnung die große Unbekannte ist. "Hier scheint der Markt viel zu zuversichtlich zu sein, dass kein Anti-Business-Präsident den Amtsinhaber ablösen wird", so Vail. "Wir möchten nicht Partei ergreifen, aber der Aktienmarkt wird dies sicherlich tun."

Selbst wenn ein gemäßigter Demokrat die Präsidentschaft gewinnt und der Kongress gespalten bleibt, könnte der neue Amtsinhaber per Verfügung und Regulierungen den US-Unternehmen das Profitmachen erschweren, erklärt der Stratege. "Auch die Prognosen für das Wirtschaftswachstum dürften zurückgehen." Vails Befürchtung: Selbst ein moderater Demokrat stünde unter dem Einfluss der linken Tendenzen in seiner Partei, deren Vertreter vermutlich wichtige Positionen im Kabinett übernehmen dürften.

Swing States als Zünglein an der Waage
Momentan hat der amtierende US-Präsident Donald Trump womöglich einen gewissen Vorteil bei der Wahl, analysiert Vail. "Doch fast täglich gibt es neue politische Informationen, die wichtige unabhängige Wähler in den Swing States umstimmen könnten." Wegen dieser und weiterer politischer Unsicherheiten warnt der Nikko-Experte Anleger vor zu viel Optimismus. Einige der interessantesten Anlagechancen im laufenden Jahr sieht er in der Technologiebranche. (fp)