Trotz der Konjunkturerholung und der extrem lockeren Geldpolitik, die seit 2009 einen kontinuierlichen Rückgang der Risikoaufschläge auf globale Aktien bedingt, liegen diese Prämien nach Angaben von NN Investment Partners (NN IP) – vormals ING Investment Management – immer noch deutlich über dem Langzeitdurchschnitt. Nach den Analysen des Fondsanbieters beliefen sich die globalen Aktienrisikoprämien im März 2015 auf 4,5 Prozent. Demgegenüber beträgt der Durchschnitt über einen Zeitraum von 25 Jahren nur 2,9 Prozent. "Der Rückgang der Risikoaufschläge an den Aktien- und Anleihemärkten seit 2009 deutet darauf hin, dass das Aufwärtspotenzial in den nächsten fünf Jahren geringer sein wird als während der vergangenen fünf Jahre", erklärt Valentijn van Nieuwenhuijzen, Leiter des Bereichs Multi Asset bei NN IP. "Das bedeutet allerdings nicht, dass es keine Assets mit attraktiven Erträgen mehr gibt."

Nach Überzeugung von NN IPs Multi-Asset-Team hat die Geldpolitik der Zentralbanken zwar ein ungewöhnliches Umfeld geschaffen. Dennoch ließen sich hinsichtlich einer dynamischen Asset-Allocation immer wieder interessante Gelegenheiten ausfindig machen. Angesichts der Erholung von Weltkonjunktur, Gewinnentwicklung und Arbeitsmärkten setzt das Team weiterhin auf eine Übergewichtung risikoreicher Assets mit angemessenen Risikoprämien wie Aktien und Immobilien. Bei Staatsanleihen ist das Team wegen des unattraktiven Risiko-Ertrags-Profils weiterhin erheblich untergewichtet, erwartet hier allerdings keine dramatischen Einbrüche. Besonders positiv schätzt das Team europäische Aktien ein. Van Nieuwenhuijzen: "Es besteht die verbreitete Ansicht, dass die QE-Politik der EZB die Märkte in Europa verzerrt und dies zu finanzieller Instabilität führen wird. Wir teilen diese pessimistische Sicht jedoch nicht."

Trendwende ist unwahrscheinlich
Das außergewöhnliche volkswirtschaftliche Umfeld, die größte Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg, ungewöhnlich große Produktionslücken und die anhaltend rückläufige Inflation rechtfertigten unorthodoxe geldpolitische Maßnahmen", so der Multi-Asset-Experte. "Tatsächlich hat die aktuelle Zentralbankpolitik bereits erheblich zur Erholung der Weltkonjunktur beigetragen." Diese Politik möge zwar in bestimmten Bereichen der Finanzmärkte – vor allem bei Fixed Income – zu ungewöhnlichen Preisniveaus geführt haben, doch sei eine kurzfristige Trendwende angesichts des erklärten politischen Willens der Entscheidungsträger eher unwahrscheinlich. (fp)