Der Markt für Green Bonds wächst und gedeiht. Im laufenden Monat hat er die Marke von 500 Milliarden Euro überschritten. Im Zuge dieses Booms sind neue Bezeichnungen für grüne Anleihen aufgetaucht, etwa "Transition Bonds" beziehungsweise "Übergangsanleihen" oder auch "ESG-orientierte Anleihen". Diese Neuerungen sind allerdings kein Fortschritt, sondern erhöhen die Gefahr von Greenwashing, warnt NN Investment Partners (NNIP).

Das Etikett "Übergangsanleihe" könnte die Tür öffnen zu Sektoren, Unternehmen und Geschäftspraktiken, die weder jetzt noch in Zukunft nachhaltig sind, befürchtet der Fondsanbieter. Dasselbe gilt für Papiere, die als "ESG-orientierte Anleihen" geführt werden. Zentral für echte grüne Anleihen ist, dass der Emittent mit dem Emissionserlös Projekte finanziert, die einen Nutzen für die Umwelt haben. Diese Verwendung muss auch transparent dokumentiert werden, betont NNIP.

Die Auswahl wird größer
Unternehmen haben im laufenden Jahr mehr Green Bonds ausgegeben als Staaten. Inzwischen steigen vermehrt auch Firmen aus den Bereichen Industrie, Kommunikation und Technologie in den Markt ein. Auch die ersten grünen Anleihen von Versicherern sind zu haben. NNIP erwartet, dass sich die Anlageklasse weiter diversifiziert. So könnten etwa bald auch Automobilhersteller Green Bonds ausgeben, wenn sie die Erlöse für Elektromobilität verwenden. (fp)