Frauenquote hin oder her – Männer dominieren nach wie vor die Top-Etage der Wirtschaft. Und nicht irgendwelche Männer, sondern vor allem solche, die "Michael" heißen. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, dass die britische Organisation Open Corporates und die gemeinnützige Open Knowledge Foundation das Ergebnis einer Recherche im deutschen Handelsregister online gestellt haben. Die Briten hatten unter anderem nach Vornamen der jeweiligen Geschäftsführer gesucht. Das Ergebnis: Kein Name kommt häufiger vor als "Michael".

Im Handelsregister müssen alle Firmen die Namen der Geschäftsführer hinterlegen. Seit kurzem sind diese öffentlich leichter einsehbar. Der Programmierer Johannes Filter hatte die witzige Idee, die Vornamen aus dem Register zu extrahieren und nach Häufigkeit zu sortieren. Dabei zeigt das Ergebnis der Vornamen-Suche nicht nur, dass ein Name dominiert, sondern auch, dass bei den insgesamt 5,1 Millionen durchleuchteten Firmen, Stiftungen und Vereinen mehrheitlich Männer die Geschäfte führen. Unter den hundert häufigsten Führungskräfte-Vornamen finden sich neben anderen Favoriten wie "Thomas", "Andreas", "Peter", "Christian" und "Frank" nur ganze elf Frauennamen. "Katja" landet als erster davon abgeschlagen auf Platz 61 der Liste, gefolgt von Sabine (Platz 62), Claudia (65), Andrea (67) und Petra (68). Der seltenste Männername ist laut der Statistik übrigens "Wilhelm".

Geringe Frauenquote in Dax-Unternehmen
Der Frauenanteil im deutschen Handelsregister liegt nach dieser Auswertung bei 17 Prozent. Das ist immerhin mehr als in den Vorständen der 30 größten deutschen Aktiengesellschaften, die im Dax gelistet sind. Dort zählt die Beratungsgesellschaft EY lediglich 15 Prozent Frauen unter den Vorstandsmitgliedern. Die gute Nachricht für Frauen: Ihr Anteil hat sich in den vergangenen fünf Jahren ungefähr verdoppelt. (fp/ps)