Die Stimmungslage an den Kapitalmärkten wird schon seit geraumer Zeit vor allem von einem Thema bestimmt: dem Handelskonflikt zwischen den USA und China. Zwar gibt es immer wieder positive Signale, die Anleger vorübergehend optimistisch stimmen. Doch sichtbare Fortschritte auf dem Weg zu einem Handelsabkommen zwischen den zwei Großmächten bleiben bislang aus. Allerdings: "Wenn sich die Gespräche mit China hinziehen, dann kommt das dem US-Präsidenten zupass", ist Richard Hodges überzeugt, Fondsmanager beim Vermögensverwalter Nomura Asset Management.

Mit der Aussicht auf eine zweite Amtszeit zählt für Donald Trump derzeit vor allem, wie ihn die amerikanische Öffentlichkeit wahrnimmt. Sollte er in den Verhandlungen mit China Schwäche zeigen, könnte ihn das künftige Wählerstimmen kosten. Geht er hingegen hart gegen die Volksrepublik vor, während er Zölle vermeidet, die die eigene Wirtschaft beeinträchtigen könnten, wirkt sich das positiv auf sein Image aus. Handelt Trump rational, wird der Handelskonflikt laut Hodges somit andauern.

Handelskonflikt: Gut für Trump, schlecht für Anleger
Die US-Zinskurve tendiert derweil zu einem inversen Verlauf, da sich die Zentralbanken mit ihrer Geldpolitik abwartend zeigen. Zwar erwarten sie keine Rezession mehr, dennoch bleibt die Weltkonjunktur schwach. Ob sie künftig wieder mehr Liquidität in den Markt pumpen werden, bleibt abzuwarten. (fp)