Der Chefvolkswirt der japanischen Bank Nomura, Rob Subbaraman, hat gemeinsam mit der Makro-Analystin Rebecca Wang einen "Damokles"-Indikator für Währungsrisiken in 32 Schwellenländern entwickelt. Erreicht dieser Gradmesser mehr als 100 Punkte anhand von acht Kriterien, ist ein Land gefährdet: Mit einer Wahrscheinlichkeit von 64 Prozent gerät das jeweilige Land dann innerhalb der nächsten zwölf Monate in eine Währungskrise. Ein solches Kriterium ist beispielsweise das Verhältnis zwischen Währungsreserven und Importen. Aktuell schaffen es vier Länder auf Werte jenseits der 100: Ägypten mit 175 Punkten, Rumänien mit 115, die Türkei mit 108 und Sri Lanka mit 104. 

Subbaraman warnt Investoren davor, sich bei der Renditejagd in Schwellenländern in trügerischer Sicherheit zu wiegen: "Der Hauptgrund für das Ausbleiben von Währungskrisen in den Schwellenländern während der Pandemie war die Senkung der Zinssätze durch die großen Zentralbanken und der schiere Umfang ihrer quantitativen Lockerungsprogramme." Das habe dazu beigetragen, dass Anleger den Kompromiss zwischen Risiko und Rendite der Schwellenländer nicht mehr so deutlich wahrnehmen. Zu den ganz realen Risiken dieser Länder zählen aber eine chronisch schwache wirtschaftliche Erholung von der Pandemie, eine deutliche Verschlechterung der Haushaltsfinanzen sowie die stark gestiegene Inflation. (fp)