China und die USA stehen im Handelsstreit kurz vor einer Einigung. Die Verhandlungen zu einem gemeinsamen Abkommen sollen im Juni abgeschlossen sein. Sebastién Galy, Senior-Makrostratege bei Nordea AM glaubt jedoch nicht daran, dass der Frieden von Dauer sein wird. Dafür seien die Ziele der Länder zu unterschiedlich. "Jeder Deal wird eher ein Boxenstopp in einem sich wiederholenden Prozess sein, der höchstwahrscheinlich zwei Jahrzehnte dauern wird", sagt Galy.

Beide sehen sich selbst als dominierende Volkswirtschaft. Wie im Kalten Krieg würden beide Parteien um den größtmöglichen Vorteil pokern. China steht dabei laut Galy unter einem besonderen Druck: Das Land hat nur ein begrenztes Zeitfenster, um sich als führende Weltmacht zu positionieren, weil seine Bevölkerung altert und das Land langsam aber sicher den Status einer fortgeschrittenen Industrienation erreicht. Das mache die Wirtschaft verwundbar, sagt Galy.

Bruch ist wahrscheinlich
Länder kooperieren miteinander, weil sie sich davon einen Vorteil versprechen – etwa, weil ihre Konjunkturzyklen miteinander verflochten sind. Wenn aber die Gewinne aus der Kooperation wie in China nur als zeitlich begrenzter Reset betrachtet werden, sind die Vorteile eines abweichenden Verhaltens hoch. Das macht einen Bruch der Vereinbarungen wahrscheinlich. "Angesichts solcher Risiken dürfte es weiterhin ratsam sein, Value-Aktien als Absicherung innerhalb eines breiteren Aktien-, Absolute-Return und flexiblen Fixed-Income-Portfolios zu halten", sagt Galy. (fp)